Efficient Forged Atomic Parallel

Handbuch Ordner vergleichen & synchronisieren
Inhaltsverzeichnis

Ordner vergleichen & synchronisieren

Die Kernaufgabe von SynQaiPro läuft immer in zwei Phasen: Zuerst wird analysiert (nur vergleichen, nichts ändern), danach synchronisiert (die vorgeschlagenen Aktionen ausführen). So sehen Sie vor jeder Änderung genau, was passieren wird.

4.1 Schritt für Schritt

  1. Linken und rechten Ordner wählen (siehe Kapitel 2.1).
  2. Den gewünschten Modus festlegen (→ ← ⇄ 🗑, siehe Kapitel 2.3).
  3. Auf ⟳ Analysieren klicken — die Vergleichsliste füllt sich (Statusanzeige „Analyse läuft…“).
  4. Das Ergebnis prüfen und bei Bedarf einzelne Einträge ab-/anwählen oder Aktionen anpassen (Kapitel 5).
  5. Auf ▶ Synchronisieren klicken, um die Aktionen auszuführen.
Screenshot 13: Vergleichsliste direkt nach der Analyse (gefüllt, verschiedene Status/Aktionen sichtbar)
Abb. 13 — Vergleichsliste direkt nach der Analyse (gefüllt, verschiedene Status/Aktionen sichtbar)

4.2 Der Performance-Test vor dem ersten Sync

Vor der ersten Synchronisation ermittelt SynQaiPro automatisch die optimale Anzahl paralleler Kopier-Ströme für das Ziellaufwerk (Anzeige „Performance-Test läuft…“). Das Ergebnis — z. B. „4× Threads optimal (120,0 MB/s)“ — wird gespeichert und für spätere Läufe wiederverwendet. Auf langsamen Datenträgern reduziert das Programm bewusst auf einen einzigen Strom, um die Platte nicht zu überlasten (Schongang).

Kopier-Ströme selbst festlegen

Neben der Performance-Anzeige liegt ein kleines Aufklappmenü. Damit übersteuern Sie die Automatik, wenn sie ein Laufwerk falsch einschätzt:

StufeBedeutung
AAutomatik (Standard) — Hardware-Erkennung und Performance-Test bestimmen die Anzahl
1xEin einziger Kopier-Strom — der Schongang für langsame USB- und SMR-Platten
2x16xFeste Anzahl paralleler Ströme, unabhängig vom Messergebnis

Sobald eine feste Stufe gewählt ist, wird der Performance-Test ausgegraut — er hätte dann keine Wirkung mehr. Zurück zur Automatik kommen Sie jederzeit über A. Die Einstellung gilt pro Job und wird mit dem Projekt gespeichert.

💡 Manuell hochstufen gibt die Wiederaufnahme frei
Eine als langsam eingestufte Platte sperrt normalerweise die Wiederaufnahme abgebrochener Kopien. Stellen Sie hier bewusst 2x oder höher ein, verwerfen Sie diese Einstufung — und die Wiederaufnahme steht wieder zur Verfügung. Näheres in Abschnitt 4.6.

Warum viele Ströme eine USB-Festplatte ausbremsen

Bei SSDs bringt gleichzeitiges Kopieren fast immer mehr Tempo. Bei klassischen Festplatten — und ganz besonders bei externen USB-Platten — ist häufig das Gegenteil der Fall. Dahinter stecken vier Dinge, die sich gegenseitig verstärken:

1. Es gibt nur einen Schreibarm. In einer Festplatte drehen sich Scheiben, und ein einziger beweglicher Arm schreibt darauf. Kopieren Sie vier Dateien gleichzeitig, muss dieser eine Arm ununterbrochen zwischen vier Stellen der Scheibe hin- und herspringen. Er ist dann mehr mit Springen beschäftigt als mit Schreiben. Bei einem einzigen Strom zieht er dagegen eine lange Bahn am Stück durch — die Betriebsart, für die eine Festplatte gebaut ist. Eine SSD hat diesen Arm nicht; deshalb gilt dort die umgekehrte Regel.

2. Windows meldet „fertig“, bevor es fertig ist. Damit Kopieren flüssig wirkt, nimmt Windows die Daten zuerst in den Arbeitsspeicher und meldet dem Programm sofort Vollzug — auf die Platte geschrieben wird im Hintergrund. Solange die Platte mitkommt, ist dieser Zwischenspeicher ein Beschleuniger. Kommt sie nicht mit, füllt er sich. Und ist er einmal voll, hilft er gar nichts mehr: Ab da muss jede weitere Kopie warten, bis die Platte wirklich geschrieben hat. Von außen sieht das so aus, als wäre erst alles zügig gelaufen und dann von einem Moment auf den anderen alles stehen geblieben. Genau dieser Verlauf ist das Kennzeichen einer überlasteten Platte — nicht ein gleichmäßig langsames Kopieren.

3. Viele externe Platten schreiben in Dachziegel-Technik (SMR). Bei ihnen überlappen sich die Datenspuren wie Ziegel auf einem Dach. Etwas mittendrin zu ändern heißt deshalb: die darüberliegenden Spuren müssen mit neu geschrieben werden. Damit das im Alltag nicht auffällt, haben solche Platten einen kleinen Schnellbereich, in dem sie neue Daten erst einmal zwischenlagern. Ist der voll, muss die Platte aufräumen und umsortieren — und währenddessen fällt ihr Tempo von weit über hundert auf wenige Megabyte je Sekunde. Mehrere Ströme füllen diesen Bereich entsprechend schneller.

4. Die USB-Brücke ist ein Nadelöhr. In jedem USB-Gehäuse sitzt ein kleiner Chip, der zwischen USB und Festplatte übersetzt. Er kann nur eine begrenzte Zahl von Aufträgen gleichzeitig verwalten. Bekommt er mehr, arbeitet er sie nacheinander ab — und im ungünstigen Fall antwortet er für eine Weile überhaupt nicht mehr. Dann läuft die Zeitgrenze aus Abschnitt 4.5, und die betroffenen Dateien landen in der Fehlerliste.

In Summe schafft eine USB-Festplatte mit einem Strom oft mehr als mit vier. Genau das misst der Performance-Test, und genau deshalb schaltet SynQaiPro bei solchen Laufwerken von sich aus in den Schongang.

💡 Woran Sie eine überlastete Platte erkennen
Die Geschwindigkeit startet hoch — oft über 100 MB/s — und bricht nach einigen Sekunden oder Minuten auf einen Bruchteil ein, manchmal bis zum Stillstand. Das ist der Moment, in dem der Zwischenspeicher voll ist und die Platte die Wahrheit über ihr tatsächliches Tempo zeigt. Stellen Sie in diesem Fall die Kopier-Ströme auf 1x. Der Lauf wirkt anfangs langsamer, ist am Ende aber meist früher fertig — und deutlich zuverlässiger.
⚠️ Danach bitte wieder auf „A“ zurückstellen
Eine feste Stufe bleibt gesetzt, bis Sie sie selbst zurücknehmen — sie wird mit dem Job gespeichert und gilt auch für alle späteren Läufe, selbst wenn das Ziel dann ein ganz anderes Laufwerk ist. Genau darin liegt der Haken: Die Einstellung passt zu dem Laufwerk, für das Sie sie gewählt haben — nicht zu jedem. Ein 1x, das eine träge USB-Platte gerettet hat, bremst eine SSD anschließend auf einen Bruchteil ihrer Möglichkeiten aus; ein hoher fester Wert überlastet umgekehrt die nächste externe Platte. Stellen Sie deshalb nach dem Sonderfall wieder auf A — dann misst SynQaiPro jedes Ziellaufwerk wieder selbst und wählt für jedes den passenden Wert. Ob eine feste Stufe aktiv ist, sehen Sie ohne Umweg am ausgegrauten Performance-Test: Solange der nicht anwählbar ist, entscheidet Ihre Vorgabe und nicht die Messung.

4.3 Prüf-Stufen: Wie SynQaiPro Unterschiede erkennt

Damit die Analyse schnell und zuverlässig ist, prüft das Programm gestuft. Die verwendete Stufe steht in der Spalte Prüfung:

StufeVorgehen
SchnellVergleich über Größe und Zeitstempel — sehr schnell
Spot-ProbeStichprobenartiger Inhalts-Check an mehreren Stellen der Datei
SHA-256Vollständige Prüfsumme über den gesamten Inhalt — sicherste, aber langsamste Stufe

Die dritte Stufe (SHA-256) lässt sich gezielt abschalten — nützlich bei sehr großen Datenmengen, wenn Ihnen Größe und Zeitstempel als Kriterium genügen und es auf Tempo ankommt.

Den SHA-256-Button oben verwenden

In der oberen Werkzeugleiste finden Sie dafür den Schalter 🔍 SHA-256. Ein Klick schaltet die Tiefen-Prüfung für den aktuellen Job ein oder aus. Den Zustand erkennen Sie sofort:

  • Grün umrandet = AN: Der Tooltip meldet „SHA-256 aktiv — Tier 3 wird verwendet“. Unterschiede werden per vollständiger Prüfsumme abgesichert.
  • Gedämpft/grau = AUS: Der Tooltip meldet „SHA-256 deaktiviert — Tier 3 übersprungen (konservativ: geändert)“. Die dritte Stufe entfällt.
ℹ️ Abschalten ist sicher
Ist die Tiefen-Prüfung aus, wird eine im Zweifel nicht eindeutige Datei konservativ als „geändert“ gewertet. Es geht dadurch nie eine Änderung verloren — es wird höchstens einmal zu viel kopiert. Die Einstellung gilt pro Job und wird gespeichert.
Screenshot 14: Obere Werkzeugleiste mit dem 🔍-SHA-256-Schalter — links grün umrandet (aktiv), rechts gedämpft (deaktiviert)
Abb. 14 — Obere Werkzeugleiste mit dem 🔍-SHA-256-Schalter — links grün umrandet (aktiv), rechts gedämpft (deaktiviert)

4.4 Speicherplatz im Blick — vor und nach dem Sync

Unter der Vergleichsliste liegt die Speicherplatz-Zeile. Sie beantwortet in Echtzeit die wichtigste Frage vor jedem Sync: Passt das überhaupt aufs Ziellaufwerk? Für jede Seite zeigt sie drei Werte:

AngabeBedeutung
BedarfWie viel Platz die ausgewählten Dateien auf dieser Seite zusätzlich belegen. Werden mehr Dateien gelöscht als kopiert, steht hier stattdessen Freigabe.
Aktuell freiDer momentan freie Speicher auf dem Laufwerk.
Nach Sync freiDer voraussichtlich freie Speicher, nachdem der Sync durchgelaufen ist.

Ein vor der Zeile bedeutet „Platz reicht“, ein warnt vor zu wenig Speicher (mit dem Zusatz „— NICHT AUSREICHEND“). Reicht der Platz, ist die Zeile grün; wird es eng, färbt sie sich rot. Linke und rechte Seite stehen nebeneinander, getrennt durch einen senkrechten Strich.

💡 Die Anzeige rechnet live mit
Weil nur ausgewählte Dateien einfließen, ändert sich die Zeile sofort, wenn Sie Einträge ab- oder anwählen. Wird der Platz knapp, wählen Sie gezielt große Dateien ab und beobachten, wie „Nach Sync frei“ wieder ins Grüne wandert. Der Wert „Nach Sync frei“ wird beim Start des Syncs eingefroren, damit er während des Laufs stabil bleibt.

Möchten Sie schon vor der Analyse prüfen, ob ein bestimmter Ordner auf die Gegenseite passt, nutzen Sie im Dateibaum das Kontextmenü „Größenanalyse zur Gegenseite“ — es schreibt sein Ergebnis („✔ passt“ bzw. „⚠ reicht NICHT (es fehlen …)“) in dieselbe Speicherplatz-Zeile (siehe Kapitel 6.5).

Screenshot 15: Speicherplatz-Zeile mit Bedarf / Aktuell frei / Nach Sync frei je Seite, links grün (✔ passt), rechts rot (⚠ NICHT AUSREICHEND)
Abb. 15 — Speicherplatz-Zeile mit Bedarf / Aktuell frei / Nach Sync frei je Seite, links grün (✔ passt), rechts rot (⚠ NICHT AUSREICHEND)

4.5 Der Synchronisationslauf

Während der Synchronisation zeigt SynQaiPro den Gesamtfortschritt, eine Restzeit-Schätzung und die aktuelle Geschwindigkeit an. In der Liste sehen Sie pro Datei den Live-Status: die gerade aktive Zeile (Spalte Aktiv), die Übertragungsgeschwindigkeit (Spalte Geschwindigkeit) und am Ende ✓ Fertig bzw. ✗ Fehler.

Die Zeitanzeige lautet z. B. „Bisher: 0:42 · Verbleibend: ~1:15“.

Zusätzlich trägt jede Zeile am unteren Rand einen schmalen Balken, der den Stand dieser einen Datei zeigt:

Balken am ZeilenrandBedeutung
mintgrün, mitlaufendDie Datei wird gerade kopiert; der Balken füllt sich mit dem Fortschritt.
rot, flachDie Datei ist ✗ Fehler — sie wurde nicht übertragen. Der Balken bleibt leer, damit eine gescheiterte Kopie nicht wie eine fertige aussieht.
kein BalkenFertig (✓ Fertig) oder noch nicht an der Reihe. Beim Erfolg genügt der grüne Status-Pfeil.
Screenshot 16: Laufende Synchronisation mit Gesamtfortschritt, Restzeit (Bisher/Verbleibend) und Live-Geschwindigkeit pro Datei
Abb. 16 — Laufende Synchronisation mit Gesamtfortschritt, Restzeit (Bisher/Verbleibend) und Live-Geschwindigkeit pro Datei

Die laufenden Kopien im Blick behalten

Arbeitet SynQaiPro mit mehreren Kopier-Strömen, sind gleichzeitig mehrere Zeilen aktiv. Sie liegen in der Liste direkt untereinander, denn die Dateien werden in der angezeigten Reihenfolge abgearbeitet. Damit dieser Block nicht nach unten aus dem Bild wandert, während sich darüber die fertigen Zeilen sammeln, führt SynQaiPro die Liste mit: Die oberste laufende Kopie bleibt im oberen Viertel stehen. Gesteuert wird das über das Anker-Symbol ⚓ über der Liste:

  • Orange = AN: die Liste folgt den laufenden Kopien.
  • Neutral = AUS: die Liste bleibt stehen. Sie blättern selbst, ohne dass die Anzeige Sie zurückholt — praktisch, wenn Sie während des Laufs etwas nachsehen wollen.

Die Umschaltung wirkt sofort und ist auch mitten in einer laufenden Synchronisation gefahrlos — sie ändert nur die Anzeige, nicht den Kopiervorgang. Die Einstellung gilt für alle Jobs und bleibt über den Programmstart hinaus erhalten.

💡 Nach einem Klick auf eine Spaltenüberschrift
Sortieren Sie während des Laufs eine Spalte, hält SynQaiPro die Liste ab da still — sonst würde sie Ihnen unter der Hand wieder wegspringen. Ein Klick auf das Anker-Symbol nimmt die Verfolgung wieder auf.

Wenn ein Laufwerk nicht mehr antwortet

Gelegentlich liefert ein Datenträger für eine einzelne Datei minutenlang nichts — etwa weil er einen schwer lesbaren Bereich wiederholt anfährt. Damit Sie in dieser Zeit nicht vor einem stehenden Balken sitzen und rätseln, sagt SynQaiPro, was los ist:

WannMeldung im Log
nach 8 Sekunden ohne Fortschritt„⌛ Warte auf Laufwerk — Datei (12 s ohne Antwort)“ — der Zähler läuft mit
sobald es weitergeht„▶ Laufwerk antwortet wieder — Datei (Pause: 18 s)“
nach einer Minute ohne Antwort„⌛ Datei antwortet nicht mehr — übersprungen“ — die Datei zählt als Fehler

Entscheidend ist der letzte Fall: Eine Datei, die nicht liefert, hält den Lauf nicht auf. Sie wird übersprungen, im Log benannt und der Sync macht mit der nächsten weiter. Am Ende steht sie in der Fehlerliste — und weil sie damit unkopiert bleibt, taucht sie bei der nächsten Analyse wieder als offen auf. Ein zweiter Lauf holt sie dann meist problemlos, weil der Datenträger nicht mehr unter Volllast steht.

Ein Fehler zieht oft weitere nach sich

Wichtig für die Bewertung der Fehlerliste: Nicht jede rot markierte Datei ist selbst beschädigt. Ein Datenträger, der an einer Stelle hängen bleibt, braucht danach häufig eine Weile, bis er wieder normal antwortet. In dieser Zeit laufen die Dateien, die gerade daneben kopiert werden, in dieselbe Zeitgrenze — und landen ebenfalls als Fehler in der Liste, obwohl mit ihnen nichts ist. Je mehr Kopier-Ströme gleichzeitig arbeiten, desto mehr Dateien trifft es.

Ein Block roter Zeilen direkt hintereinander bedeutet deshalb meist: eine Datei hat das Laufwerk aus dem Tritt gebracht, die übrigen sind Mitläufer. Welche das war, steht im Log — sie ist die erste mit der Meldung „⌛ Warte auf Laufwerk“.

Alles Gescheiterte auf einen Klick wiederholen

Genau für diesen Fall gibt es den Wiederholen-Knopf. Hat eine Synchronisation Fehler hinterlassen, erscheint am Ende über der Liste ein rotes ↻ mit einer Zahl — der Zahl der gescheiterten Dateien. Sie steht direkt neben dem Anker-Symbol. Ein Klick darauf holt alle diese Dateien nach, ohne dass Sie vorher eine neue Analyse starten müssen. Der Knopf gehört zum Einzelbetrieb: Arbeiten Sie mit mehreren Jobs über den JobWorker, erscheint er nicht (siehe Kapitel 3.3).

Der Knopf arbeitet dabei nicht einfach die Liste ab, sondern in zwei Runden:

RundeWas passiertWarum
1alle gescheiterten Dateien außer der Auslöser-Datei, mit der normalen Zahl an Kopier-StrömenDas sind die Mitläufer. Mit ihnen ist meist nichts, sie kommen zügig durch.
Pauserund 20 Sekunden Ruhe für das LaufwerkEine überlastete Platte meldet sich zwar sofort wieder am System an, schreibt aber noch eine Weile nicht normal. Die Pause kostet wenig und verbessert die Aussicht spürbar.
2die Auslöser-Datei — allein und mit einem einzigen Kopier-StromSie bekommt damit die bestmögliche Ausgangslage: ein beruhigtes Laufwerk und die volle Bandbreite für sich, ohne Konkurrenz durch andere Kopien.

Die Reihenfolge ist der eigentliche Kniff. Käme die Auslöser-Datei wieder gleichzeitig mit den anderen an die Reihe, würde sie das Laufwerk erneut zum selben Zeitpunkt blockieren wie beim ersten Mal — und die Mitläufer gleich noch einmal mitreißen. Zuletzt und allein hat sie die besten Karten.

ℹ️ Woran SynQaiPro die Auslöser-Datei erkennt
Nicht daran, welcher Fehler zuerst gemeldet wurde — das wäre irreführend. Die Datei, die ein Laufwerk zum Stillstand bringt, hängt oft minutenlang in der Wartezeit, während später gestartete Kopien auf der bereits blockierten Platte sofort abbrechen und ihren Fehler damit früher melden. SynQaiPro geht deshalb danach, welche der gescheiterten Kopien zuerst begonnen hat. Das ist die, die am längsten gehangen hat — und damit die eigentliche Ursache.

Während der Wiederholung sehen Sie in der Liste genau die betroffenen Dateien und sonst nichts, mit den gewohnten Fortschrittsbalken. Abbrechen ist jederzeit möglich, auch während der Pause zwischen den Runden. Was dabei nicht mehr an die Reihe kam, bleibt als offen vermerkt — der rote Knopf verschwindet also nicht, solange noch etwas aussteht. Am Ende meldet das Log entweder „✔ Wiederholung abgeschlossen — keine Fehler mehr“ oder wie viele Dateien weiterhin liegen bleiben.

ℹ️ Was während der Pause zu sehen ist
Die Auslöser-Datei steht schon während der zwanzig Sekunden in der Liste — ohne Fortschrittsbalken, denn in dieser Zeit wird nicht kopiert, sondern gewartet. Sie sehen also genau, worauf es als Nächstes hinausläuft, statt vor einer leeren Liste zu sitzen und nur am gesperrten Knopf zu erkennen, dass überhaupt noch etwas kommt. Die Statuszeile zählt die Sekunden herunter („↻ Pause: 12 s, damit sich das Laufwerk erholt…“); ins Log geht die Meldung nur einmal. Oben im Fenster läuft währenddessen die mintgrüne Punkte-Animation — dieselbe, die auch beim Warten auf die Laufwerke zu Beginn einer Synchronisation erscheint. Sie sagt: Das Programm arbeitet, es hängt nicht. Ein Balken in einer Zeile bedeutet dagegen immer, dass diese Datei gerade jetzt kopiert wird.
⚠️ Der Knopf gilt nur für die gerade beendete Synchronisation
SynQaiPro merkt sich die gescheiterten Dateien bewusst nur im Arbeitsspeicher. Starten Sie eine neue Analyse, löschen Sie den Job oder beenden Sie das Programm, ist die Merkliste weg und der rote Knopf verschwindet. Das ist kein Versehen: Die gemerkten Zeilen beziehen sich auf genau den Analysestand, aus dem sie stammen, und wären danach nicht mehr verlässlich. Nutzen Sie den Knopf also direkt im Anschluss an den Lauf — später führt der Weg wieder über eine neue Analyse, was ebenso funktioniert, nur eben länger dauert.
ℹ️ Wenn das Laufwerk noch gar nicht wieder da ist
Kommt in der ersten Runde keine einzige Datei durch, bricht SynQaiPro die Wiederholung sofort ab, statt die Wartezeit zu verbrauchen und die zweite Runde ins Leere laufen zu lassen. Im Log steht dann, dass das Laufwerk noch nicht bereit ist. Es geht dabei nichts verloren — alle Dateien bleiben vermerkt, der rote Knopf bleibt stehen, und Sie können es später erneut versuchen.
Screenshot 17: Nach einer Synchronisation mit Fehlern: das rote Wiederholen-Symbol ↻ mit der Anzahl neben dem Anker-Symbol über der Vergleichsliste
Abb. 17 — Nach einer Synchronisation mit Fehlern: das rote Wiederholen-Symbol ↻ mit der Anzahl neben dem Anker-Symbol über der Vergleichsliste
💡 Der empfohlene Ablauf bei Fehlern
Zuerst den Wiederholen-Knopf ↻ direkt im Anschluss an den Lauf — das ist der kürzeste Weg, und die meisten Mitläufer kommen dabei ohne Weiteres durch. Bleiben Dateien übrig, starten Sie die Analyse neu und lassen den Sync ein zweites Mal laufen; dieser Durchgang betrifft nur noch die offenen Dateien. Am gründlichsten wird der Anlauf nach einem Neustart des PC: Damit sind Laufwerk und Windows-Zwischenspeicher wieder im Ausgangszustand, und es zeigt sich sauber, welche Dateien wirklich ein Problem haben. Bleiben dieselben Dateien auch dann liegen, ist es kein Zufall mehr: Dann kann der Datenträger diese Stellen nicht mehr lesen. Das Log benennt sie einzeln, sodass Sie gezielt eine andere Quelle für genau diese Dateien suchen können.
ℹ️ Mehrere Kopier-Ströme, mehrere Meldungen
Arbeitet SynQaiPro mit mehreren Strömen, wird jede Kopie einzeln überwacht. Es kann also sein, dass eine Datei wartet, während eine andere daneben normal weiterläuft — die Geschwindigkeitsanzeige zeigt dann Fortschritt, obwohl eine Wartemeldung im Log steht. Beide Angaben sind richtig; jede Meldung nennt deshalb die Datei, um die es geht.
Screenshot 18: Log während einer Wartephase: „⌛ Warte auf Laufwerk“ mit mitlaufendem Sekundenzähler, darunter die Entwarnung „▶ Laufwerk antwortet wieder“ und ein übersprungener Eintrag
Abb. 18 — Log während einer Wartephase: „⌛ Warte auf Laufwerk“ mit mitlaufendem Sekundenzähler, darunter die Entwarnung „▶ Laufwerk antwortet wieder“ und ein übersprungener Eintrag

4.6 Wiederaufnahme abgebrochener Kopien (Resume)

Wird eine Synchronisation mitten in einer großen Datei abgebrochen, kann SynQaiPro den bereits kopierten Teil sichern und beim nächsten Lauf ab dem gesicherten Stand fortsetzen statt von vorn zu beginnen. Den Schalter erkennen Sie an der Farbe:

  • Orange = AN: abgebrochene Kopien großer Dateien werden gesichert und beim nächsten Sync fortgesetzt.
  • Neutral = AUS: ein Abbruch verwirft den Kopierstand, die Datei startet beim nächsten Mal von vorn.

Eine wiederaufnehmbare Datei trägt in der Liste ein kleines Resume-Abzeichen. Mit dem Reset-Knopf (↺) verwerfen Sie gesicherte Teilkopien.

ℹ️ Automatik auf langsamen Laufwerken
Erkennt SynQaiPro eine langsame Platte, schaltet es auf einen einzigen Kopier-Strom um (Schongang) und die Wiederaufnahme ist dort nicht verfügbar — der Schalter ist ausgegraut. Grund: Die ständige Sicherungs-I/O würde den Controller ausbremsen. Die Synchronisation läuft dann sicher mit einem einzigen Strom — ähnlich dem Windows-Explorer.

Die Sperre bewusst aufheben

Diese Sperre gilt, solange die Automatik die Anzahl der Kopier-Ströme bestimmt. Wissen Sie es besser — etwa weil die Platte nur beim Test ungünstig lag — stellen Sie das Aufklappmenü aus Abschnitt 4.2 von A auf 2x oder höher. Damit verwerfen Sie die automatische Einstufung, und der Wiederaufnahme-Schalter lässt sich wieder bedienen.

Einstellung der Kopier-StrömeWiederaufnahme auf langsamer Platte
A — Automatikgesperrt (Schongang)
1x — ein Stromgesperrt — 1× ist der Schongang
2x16xverfügbar
⚠️ Das Sicherheitsnetz bleibt
Bleibt eine Kopie während des Laufs trotzdem stehen, greift die Notbremse unabhängig von Ihrer Einstellung: SynQaiPro schaltet auf einen Strom zurück und setzt die Wiederaufnahme aus. Sie riskieren mit einer zu hohen Stufe also keinen Datenverlust — höchstens einen langsameren Durchlauf.
💡 Die Notbremse löst sich wieder
Ein solcher Aussetzer ist oft nur eine Momentaufnahme — ein volles Schreib-Zwischenlager, kurz ein anderes Programm dazwischen. Läuft danach wieder eine Reihe von Dateien störungsfrei durch, hebt SynQaiPro die Drosselung von selbst auf und kehrt zur vollen Geschwindigkeit zurück; im Log erscheint dann „⚙ Laufwerk hat sich wieder gefangen — volle Parallelität reaktiviert“. Erst wenn der Aussetzer sich im selben Lauf wiederholt, bleibt es endgültig beim Schongang — dann ist die Platte tatsächlich überfordert und nicht bloß kurz beschäftigt.
Screenshot 19: Resume-Schalter (orange = AN) und eine Listenzeile mit Resume-Abzeichen
Abb. 19 — Resume-Schalter (orange = AN) und eine Listenzeile mit Resume-Abzeichen

4.7 Abbrechen

Mit ✕ Abbrechen stoppen Sie Analyse oder Synchronisation jederzeit. Bereits abgeschlossene Dateien bleiben erhalten; die laufende Datei wird sauber beendet (bei aktiver Wiederaufnahme für den nächsten Lauf gesichert).

Solange der Abbruch läuft, liegt ein Hinweisfenster über der Ansicht („Abbruch wird vorbereitet …“). Zieht es sich hin, benennt der Text das Laufwerk, auf das gewartet wird — etwa „Abbruch läuft — warte auf Laufwerk S:\ …“. Sie sehen damit, dass das Programm arbeitet und woran es gerade hängt.

ℹ️ Warum ein Abbruch manchmal dauert
Ein Schreibvorgang, den das Programm bereits an das Laufwerk übergeben hat, lässt sich nicht mehr zurückrufen — er muss zu Ende laufen. Auf langsamen Datenträgern kann das einige Sekunden dauern, besonders wenn Windows noch zwischengespeicherte Daten nachschreibt. Das ist kein Fehler: Der Abbruch greift, sobald der laufende Schreibvorgang zurückkommt. Warten Sie das Hinweisfenster ab, statt das Programm zu beenden — sonst bleiben Teilkopien unaufgeräumt zurück.
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