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Ordner vergleichen & synchronisieren
Die Kernaufgabe von SynQaiPro läuft immer in zwei Phasen: Zuerst wird analysiert (nur vergleichen, nichts ändern), danach synchronisiert (die vorgeschlagenen Aktionen ausführen). So sehen Sie vor jeder Änderung genau, was passieren wird.
4.1 Schritt für Schritt
- Linken und rechten Ordner wählen (siehe Kapitel 2.1).
- Den gewünschten Modus festlegen (→ ← ⇄ 🗑, siehe Kapitel 2.3).
- Auf ⟳ Analysieren klicken — die Vergleichsliste füllt sich (Statusanzeige „Analyse läuft…“).
- Das Ergebnis prüfen und bei Bedarf einzelne Einträge ab-/anwählen oder Aktionen anpassen (Kapitel 5).
- Auf ▶ Synchronisieren klicken, um die Aktionen auszuführen.
4.2 Der Performance-Test vor dem ersten Sync
Vor der ersten Synchronisation ermittelt SynQaiPro automatisch die optimale Anzahl paralleler Kopier-Ströme für das Ziellaufwerk (Anzeige „Performance-Test läuft…“). Das Ergebnis — z. B. „4× Threads optimal (120,0 MB/s)“ — wird gespeichert und für spätere Läufe wiederverwendet. Auf langsamen Datenträgern reduziert das Programm bewusst auf einen einzigen Strom, um die Platte nicht zu überlasten (Schongang).
Kopier-Ströme selbst festlegen
Neben der Performance-Anzeige liegt ein kleines Aufklappmenü. Damit übersteuern Sie die Automatik, wenn sie ein Laufwerk falsch einschätzt:
| Stufe | Bedeutung |
|---|---|
| A | Automatik (Standard) — Hardware-Erkennung und Performance-Test bestimmen die Anzahl |
| 1x | Ein einziger Kopier-Strom — der Schongang für langsame USB- und SMR-Platten |
| 2x … 16x | Feste Anzahl paralleler Ströme, unabhängig vom Messergebnis |
Sobald eine feste Stufe gewählt ist, wird der Performance-Test ausgegraut — er hätte dann keine Wirkung mehr. Zurück zur Automatik kommen Sie jederzeit über A. Die Einstellung gilt pro Job und wird mit dem Projekt gespeichert.
Warum viele Ströme eine USB-Festplatte ausbremsen
Bei SSDs bringt gleichzeitiges Kopieren fast immer mehr Tempo. Bei klassischen Festplatten — und ganz besonders bei externen USB-Platten — ist häufig das Gegenteil der Fall. Dahinter stecken vier Dinge, die sich gegenseitig verstärken:
1. Es gibt nur einen Schreibarm. In einer Festplatte drehen sich Scheiben, und ein einziger beweglicher Arm schreibt darauf. Kopieren Sie vier Dateien gleichzeitig, muss dieser eine Arm ununterbrochen zwischen vier Stellen der Scheibe hin- und herspringen. Er ist dann mehr mit Springen beschäftigt als mit Schreiben. Bei einem einzigen Strom zieht er dagegen eine lange Bahn am Stück durch — die Betriebsart, für die eine Festplatte gebaut ist. Eine SSD hat diesen Arm nicht; deshalb gilt dort die umgekehrte Regel.
2. Windows meldet „fertig“, bevor es fertig ist. Damit Kopieren flüssig wirkt, nimmt Windows die Daten zuerst in den Arbeitsspeicher und meldet dem Programm sofort Vollzug — auf die Platte geschrieben wird im Hintergrund. Solange die Platte mitkommt, ist dieser Zwischenspeicher ein Beschleuniger. Kommt sie nicht mit, füllt er sich. Und ist er einmal voll, hilft er gar nichts mehr: Ab da muss jede weitere Kopie warten, bis die Platte wirklich geschrieben hat. Von außen sieht das so aus, als wäre erst alles zügig gelaufen und dann von einem Moment auf den anderen alles stehen geblieben. Genau dieser Verlauf ist das Kennzeichen einer überlasteten Platte — nicht ein gleichmäßig langsames Kopieren.
3. Viele externe Platten schreiben in Dachziegel-Technik (SMR). Bei ihnen überlappen sich die Datenspuren wie Ziegel auf einem Dach. Etwas mittendrin zu ändern heißt deshalb: die darüberliegenden Spuren müssen mit neu geschrieben werden. Damit das im Alltag nicht auffällt, haben solche Platten einen kleinen Schnellbereich, in dem sie neue Daten erst einmal zwischenlagern. Ist der voll, muss die Platte aufräumen und umsortieren — und währenddessen fällt ihr Tempo von weit über hundert auf wenige Megabyte je Sekunde. Mehrere Ströme füllen diesen Bereich entsprechend schneller.
4. Die USB-Brücke ist ein Nadelöhr. In jedem USB-Gehäuse sitzt ein kleiner Chip, der zwischen USB und Festplatte übersetzt. Er kann nur eine begrenzte Zahl von Aufträgen gleichzeitig verwalten. Bekommt er mehr, arbeitet er sie nacheinander ab — und im ungünstigen Fall antwortet er für eine Weile überhaupt nicht mehr. Dann läuft die Zeitgrenze aus Abschnitt 4.5, und die betroffenen Dateien landen in der Fehlerliste.
In Summe schafft eine USB-Festplatte mit einem Strom oft mehr als mit vier. Genau das misst der Performance-Test, und genau deshalb schaltet SynQaiPro bei solchen Laufwerken von sich aus in den Schongang.
4.3 Prüf-Stufen: Wie SynQaiPro Unterschiede erkennt
Damit die Analyse schnell und zuverlässig ist, prüft das Programm gestuft. Die verwendete Stufe steht in der Spalte Prüfung:
| Stufe | Vorgehen |
|---|---|
| Schnell | Vergleich über Größe und Zeitstempel — sehr schnell |
| Spot-Probe | Stichprobenartiger Inhalts-Check an mehreren Stellen der Datei |
| SHA-256 | Vollständige Prüfsumme über den gesamten Inhalt — sicherste, aber langsamste Stufe |
Die dritte Stufe (SHA-256) lässt sich gezielt abschalten — nützlich bei sehr großen Datenmengen, wenn Ihnen Größe und Zeitstempel als Kriterium genügen und es auf Tempo ankommt.
Den SHA-256-Button oben verwenden
In der oberen Werkzeugleiste finden Sie dafür den Schalter 🔍 SHA-256. Ein Klick schaltet die Tiefen-Prüfung für den aktuellen Job ein oder aus. Den Zustand erkennen Sie sofort:
- Grün umrandet = AN: Der Tooltip meldet „SHA-256 aktiv — Tier 3 wird verwendet“. Unterschiede werden per vollständiger Prüfsumme abgesichert.
- Gedämpft/grau = AUS: Der Tooltip meldet „SHA-256 deaktiviert — Tier 3 übersprungen (konservativ: geändert)“. Die dritte Stufe entfällt.
4.4 Speicherplatz im Blick — vor und nach dem Sync
Unter der Vergleichsliste liegt die Speicherplatz-Zeile. Sie beantwortet in Echtzeit die wichtigste Frage vor jedem Sync: Passt das überhaupt aufs Ziellaufwerk? Für jede Seite zeigt sie drei Werte:
| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| Bedarf | Wie viel Platz die ausgewählten Dateien auf dieser Seite zusätzlich belegen. Werden mehr Dateien gelöscht als kopiert, steht hier stattdessen Freigabe. |
| Aktuell frei | Der momentan freie Speicher auf dem Laufwerk. |
| Nach Sync frei | Der voraussichtlich freie Speicher, nachdem der Sync durchgelaufen ist. |
Ein ✔ vor der Zeile bedeutet „Platz reicht“, ein ⚠ warnt vor zu wenig Speicher (mit dem Zusatz „— NICHT AUSREICHEND“). Reicht der Platz, ist die Zeile grün; wird es eng, färbt sie sich rot. Linke und rechte Seite stehen nebeneinander, getrennt durch einen senkrechten Strich.
Möchten Sie schon vor der Analyse prüfen, ob ein bestimmter Ordner auf die Gegenseite passt, nutzen Sie im Dateibaum das Kontextmenü „Größenanalyse zur Gegenseite“ — es schreibt sein Ergebnis („✔ passt“ bzw. „⚠ reicht NICHT (es fehlen …)“) in dieselbe Speicherplatz-Zeile (siehe Kapitel 6.5).
4.5 Der Synchronisationslauf
Während der Synchronisation zeigt SynQaiPro den Gesamtfortschritt, eine Restzeit-Schätzung und die aktuelle Geschwindigkeit an. In der Liste sehen Sie pro Datei den Live-Status: die gerade aktive Zeile (Spalte Aktiv), die Übertragungsgeschwindigkeit (Spalte Geschwindigkeit) und am Ende ✓ Fertig bzw. ✗ Fehler.
Die Zeitanzeige lautet z. B. „Bisher: 0:42 · Verbleibend: ~1:15“.
Zusätzlich trägt jede Zeile am unteren Rand einen schmalen Balken, der den Stand dieser einen Datei zeigt:
| Balken am Zeilenrand | Bedeutung |
|---|---|
| mintgrün, mitlaufend | Die Datei wird gerade kopiert; der Balken füllt sich mit dem Fortschritt. |
| rot, flach | Die Datei ist ✗ Fehler — sie wurde nicht übertragen. Der Balken bleibt leer, damit eine gescheiterte Kopie nicht wie eine fertige aussieht. |
| kein Balken | Fertig (✓ Fertig) oder noch nicht an der Reihe. Beim Erfolg genügt der grüne Status-Pfeil. |
Die laufenden Kopien im Blick behalten
Arbeitet SynQaiPro mit mehreren Kopier-Strömen, sind gleichzeitig mehrere Zeilen aktiv. Sie liegen in der Liste direkt untereinander, denn die Dateien werden in der angezeigten Reihenfolge abgearbeitet. Damit dieser Block nicht nach unten aus dem Bild wandert, während sich darüber die fertigen Zeilen sammeln, führt SynQaiPro die Liste mit: Die oberste laufende Kopie bleibt im oberen Viertel stehen. Gesteuert wird das über das Anker-Symbol ⚓ über der Liste:
- Orange = AN: die Liste folgt den laufenden Kopien.
- Neutral = AUS: die Liste bleibt stehen. Sie blättern selbst, ohne dass die Anzeige Sie zurückholt — praktisch, wenn Sie während des Laufs etwas nachsehen wollen.
Die Umschaltung wirkt sofort und ist auch mitten in einer laufenden Synchronisation gefahrlos — sie ändert nur die Anzeige, nicht den Kopiervorgang. Die Einstellung gilt für alle Jobs und bleibt über den Programmstart hinaus erhalten.
Wenn ein Laufwerk nicht mehr antwortet
Gelegentlich liefert ein Datenträger für eine einzelne Datei minutenlang nichts — etwa weil er einen schwer lesbaren Bereich wiederholt anfährt. Damit Sie in dieser Zeit nicht vor einem stehenden Balken sitzen und rätseln, sagt SynQaiPro, was los ist:
| Wann | Meldung im Log |
|---|---|
| nach 8 Sekunden ohne Fortschritt | „⌛ Warte auf Laufwerk — Datei (12 s ohne Antwort)“ — der Zähler läuft mit |
| sobald es weitergeht | „▶ Laufwerk antwortet wieder — Datei (Pause: 18 s)“ |
| nach einer Minute ohne Antwort | „⌛ Datei antwortet nicht mehr — übersprungen“ — die Datei zählt als Fehler |
Entscheidend ist der letzte Fall: Eine Datei, die nicht liefert, hält den Lauf nicht auf. Sie wird übersprungen, im Log benannt und der Sync macht mit der nächsten weiter. Am Ende steht sie in der Fehlerliste — und weil sie damit unkopiert bleibt, taucht sie bei der nächsten Analyse wieder als offen auf. Ein zweiter Lauf holt sie dann meist problemlos, weil der Datenträger nicht mehr unter Volllast steht.
Ein Fehler zieht oft weitere nach sich
Wichtig für die Bewertung der Fehlerliste: Nicht jede rot markierte Datei ist selbst beschädigt. Ein Datenträger, der an einer Stelle hängen bleibt, braucht danach häufig eine Weile, bis er wieder normal antwortet. In dieser Zeit laufen die Dateien, die gerade daneben kopiert werden, in dieselbe Zeitgrenze — und landen ebenfalls als Fehler in der Liste, obwohl mit ihnen nichts ist. Je mehr Kopier-Ströme gleichzeitig arbeiten, desto mehr Dateien trifft es.
Ein Block roter Zeilen direkt hintereinander bedeutet deshalb meist: eine Datei hat das Laufwerk aus dem Tritt gebracht, die übrigen sind Mitläufer. Welche das war, steht im Log — sie ist die erste mit der Meldung „⌛ Warte auf Laufwerk“.
Alles Gescheiterte auf einen Klick wiederholen
Genau für diesen Fall gibt es den Wiederholen-Knopf. Hat eine Synchronisation Fehler hinterlassen, erscheint am Ende über der Liste ein rotes ↻ mit einer Zahl — der Zahl der gescheiterten Dateien. Sie steht direkt neben dem Anker-Symbol. Ein Klick darauf holt alle diese Dateien nach, ohne dass Sie vorher eine neue Analyse starten müssen. Der Knopf gehört zum Einzelbetrieb: Arbeiten Sie mit mehreren Jobs über den JobWorker, erscheint er nicht (siehe Kapitel 3.3).
Der Knopf arbeitet dabei nicht einfach die Liste ab, sondern in zwei Runden:
| Runde | Was passiert | Warum |
|---|---|---|
| 1 | alle gescheiterten Dateien außer der Auslöser-Datei, mit der normalen Zahl an Kopier-Strömen | Das sind die Mitläufer. Mit ihnen ist meist nichts, sie kommen zügig durch. |
| Pause | rund 20 Sekunden Ruhe für das Laufwerk | Eine überlastete Platte meldet sich zwar sofort wieder am System an, schreibt aber noch eine Weile nicht normal. Die Pause kostet wenig und verbessert die Aussicht spürbar. |
| 2 | die Auslöser-Datei — allein und mit einem einzigen Kopier-Strom | Sie bekommt damit die bestmögliche Ausgangslage: ein beruhigtes Laufwerk und die volle Bandbreite für sich, ohne Konkurrenz durch andere Kopien. |
Die Reihenfolge ist der eigentliche Kniff. Käme die Auslöser-Datei wieder gleichzeitig mit den anderen an die Reihe, würde sie das Laufwerk erneut zum selben Zeitpunkt blockieren wie beim ersten Mal — und die Mitläufer gleich noch einmal mitreißen. Zuletzt und allein hat sie die besten Karten.
Während der Wiederholung sehen Sie in der Liste genau die betroffenen Dateien und sonst nichts, mit den gewohnten Fortschrittsbalken. Abbrechen ist jederzeit möglich, auch während der Pause zwischen den Runden. Was dabei nicht mehr an die Reihe kam, bleibt als offen vermerkt — der rote Knopf verschwindet also nicht, solange noch etwas aussteht. Am Ende meldet das Log entweder „✔ Wiederholung abgeschlossen — keine Fehler mehr“ oder wie viele Dateien weiterhin liegen bleiben.
4.6 Wiederaufnahme abgebrochener Kopien (Resume)
Wird eine Synchronisation mitten in einer großen Datei abgebrochen, kann SynQaiPro den bereits kopierten Teil sichern und beim nächsten Lauf ab dem gesicherten Stand fortsetzen statt von vorn zu beginnen. Den Schalter erkennen Sie an der Farbe:
- Orange = AN: abgebrochene Kopien großer Dateien werden gesichert und beim nächsten Sync fortgesetzt.
- Neutral = AUS: ein Abbruch verwirft den Kopierstand, die Datei startet beim nächsten Mal von vorn.
Eine wiederaufnehmbare Datei trägt in der Liste ein kleines Resume-Abzeichen. Mit dem Reset-Knopf (↺) verwerfen Sie gesicherte Teilkopien.
Die Sperre bewusst aufheben
Diese Sperre gilt, solange die Automatik die Anzahl der Kopier-Ströme bestimmt. Wissen Sie es besser — etwa weil die Platte nur beim Test ungünstig lag — stellen Sie das Aufklappmenü aus Abschnitt 4.2 von A auf 2x oder höher. Damit verwerfen Sie die automatische Einstufung, und der Wiederaufnahme-Schalter lässt sich wieder bedienen.
| Einstellung der Kopier-Ströme | Wiederaufnahme auf langsamer Platte |
|---|---|
| A — Automatik | gesperrt (Schongang) |
| 1x — ein Strom | gesperrt — 1× ist der Schongang |
| 2x … 16x | verfügbar |
4.7 Abbrechen
Mit ✕ Abbrechen stoppen Sie Analyse oder Synchronisation jederzeit. Bereits abgeschlossene Dateien bleiben erhalten; die laufende Datei wird sauber beendet (bei aktiver Wiederaufnahme für den nächsten Lauf gesichert).
Solange der Abbruch läuft, liegt ein Hinweisfenster über der Ansicht („Abbruch wird vorbereitet …“). Zieht es sich hin, benennt der Text das Laufwerk, auf das gewartet wird — etwa „Abbruch läuft — warte auf Laufwerk S:\ …“. Sie sehen damit, dass das Programm arbeitet und woran es gerade hängt.