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Handbuch Datenverschlüsselung (SynQaiCrypt)
Inhaltsverzeichnis

Datenverschlüsselung (SynQaiCrypt)

Mit SynQaiCrypt schützen Sie vertrauliche Dateien in verschlüsselten Tresoren. Sie öffnen einen Tresor mit Ihrem Passwort, arbeiten damit wie mit einem gewöhnlichen Laufwerk und trennen ihn danach wieder — der Inhalt ist ohne Passwort nicht lesbar. SynQaiCrypt kennt zwei Wege: den eigenen Tresor und die Anbindung an das Windows-eigene BitLocker.

14.1 Öffnen

In der Kopfleiste öffnet der Knopf mit dem Schloss-Symbol 🔐 („SynQaiCrypt öffnen — Laufwerke & Container verschlüsseln“) das Fenster SynQaiCrypt. Links liegen die beiden Gruppen Tresor und BitLocker, rechts die Liste Ihrer Tresore mit Status.

ℹ️ Voraussetzungen
Für eigene Tresore wird einmalig der WinFsp-Treiber benötigt; fehlt er, bietet das Fenster „WinFsp herunterladen“ und „Erneut prüfen“ an. Für BitLocker-Aktionen sind Administratorrechte und eine BitLocker-fähige Windows-Edition (Pro/Enterprise) nötig — sonst lässt sich das Fenster über „Als Administrator starten“ neu öffnen.
ℹ️ Beim ersten Öffnen kurz Geduld
Das Fenster erscheint sofort und prüft den Verschlüsselungs-Status im Hintergrund — solange liegt eine Ladeanzeige darüber („Verschlüsselungs-Status wird geprüft…“). Nach einem Windows-Neustart dauert diese erste Prüfung spürbar länger, weil Windows seine Verschlüsselungs-Werkzeuge erst laden muss; beim zweiten Öffnen geht es deutlich schneller. Die Titelleiste bleibt dabei bedienbar, das Fenster lässt sich also jederzeit schließen.
Screenshot 59: SynQaiCrypt-Fenster: links die Gruppen „Tresor“ und „BitLocker“, rechts die Tresor-Liste mit einem eingehängten (Status „Eingehängt“) und einem gesperrten Eintrag
Abb. 59 — SynQaiCrypt-Fenster: links die Gruppen „Tresor“ und „BitLocker“, rechts die Tresor-Liste mit einem eingehängten (Status „Eingehängt“) und einem gesperrten Eintrag

14.2 Eigener Tresor oder BitLocker?

Eigener TresorBitLocker
Einbindungals schreibgeschütztes Laufwerk; der entschlüsselte Inhalt liegt nur im Arbeitsspeicherals vollwertiges, beschreibbares Laufwerk
Nach Programm-Endewird getrenntbleibt aktiv (Windows-Funktion)
VoraussetzungWinFsp-TreiberAdministrator + Windows Pro/Enterprise
AbsicherungHeader-Sicherung (siehe 14.5)Wiederherstellungsschlüssel (siehe 14.6)

14.3 Einen eigenen Tresor anlegen

In der Gruppe Tresor stehen zwei Wege bereit:

KnopfLegt an…
Container anlegeneine einzelne verschlüsselte Container-Datei (.sqv)
Laufwerk anlegeneinen ganzen Ordner oder ein Datenlaufwerk als Tresor — Namen und Inhalte werden verschlüsselt
  1. Auf Container anlegen klicken und einen Speicherort für die .sqv-Datei wählen (Vorgabe: Dokumente\SynQaiCrypt).
  2. Im Passwort-Dialog einen Namen und ein Passwort vergeben und bestätigen. Optional lässt sich das Passwort auf diesem Windows-Konto merken oder mit Windows Hello (PIN/Fingerabdruck/Gesicht) schützen.
  3. Mit Anlegen bestätigen.
Screenshot 60: Passwort-Dialog beim Anlegen: Felder Name, Passwort und Passwort bestätigen sowie die Optionen „… merken“ und „Mit Windows Hello schützen“
Abb. 60 — Passwort-Dialog beim Anlegen: Felder Name, Passwort und Passwort bestätigen sowie die Optionen „… merken“ und „Mit Windows Hello schützen“
ℹ️ Starke, geprüfte Verschlüsselung
SynQaiCrypt leitet den Schlüssel mit Argon2id aus Ihrem Passwort ab und verschlüsselt den Inhalt authentifiziert mit XChaCha20-Poly1305 in kleinen Blöcken — Manipulationen am Container werden dadurch erkannt. Es gibt bewusst keine Algorithmus-Auswahl: Sie müssen nichts einstellen, es ist ab Werk sicher.

14.4 Öffnen, arbeiten, trennen

Ein Klick auf Einhängen in der Tresor-Zeile (oder auf Öffnen … für eine Tresor-Datei) hängt den Tresor als Laufwerksbuchstaben ein. SynQaiCrypt versucht dabei zuerst Windows Hello, dann ein gemerktes Passwort und fragt sonst nach dem Passwort. Im Abfrage-Dialog lässt sich auch der Laufwerksbuchstabe wählen — „Automatisch“ oder ein bestimmter freier Buchstabe; das -Symbol daneben liest die freien Buchstaben neu ein, falls sich zwischenzeitlich etwas geändert hat. Der Status wechselt auf Eingehängt. Über Alle entsperren öffnen Sie mehrere gesperrte Tresore mit einem Master-Passwort auf einmal. Zum Schließen klicken Sie auf Trennen.

ℹ️ Klartext nie auf der Platte
Ein eigener Tresor wird schreibgeschützt eingehängt; die entschlüsselten Daten existieren nur im Arbeitsspeicher, nie unverschlüsselt auf dem Datenträger.

14.5 Die Header-Sicherung

Im Kopf jedes eigenen Tresors steckt der verpackte Schlüssel. Wird dieser Header beschädigt, ist der Tresor verloren — deshalb bietet SynQaiCrypt die Header-Sicherung (Icon in der Tresor-Zeile). Dort können Sie eine Sicherung Wiederherstellen, Exportieren … (als .sqhdr-Datei) oder aus einer Datei importieren.

⚠️ Kein Wiederherstellungsschlüssel bei eigenen Tresoren
Anders als BitLocker kennt der eigene Tresor keinen Wiederherstellungsschlüssel. Ihre Absicherung ist die exportierte Header-Sicherung plus Ihr Passwort — bewahren Sie beides sicher auf. Ein vergessenes Passwort kann niemand wiederherstellen.

14.6 BitLocker verwenden

Die Gruppe BitLocker nutzt die in Windows integrierte Verschlüsselung, die auch nach dem Beenden von SynQaiPro aktiv bleibt:

KnopfFunktion
Container anlegen …eine verschlüsselte Container-Datei mit wählbarer Größe erstellen
Laufwerk verschlüsseln …ein vorhandenes Datenlaufwerk direkt mit BitLocker verschlüsseln
Container öffnen …einen bestehenden BitLocker-Container einbinden

Beim Anlegen eines Containers stellen Sie mit dem Regler die Maximale Container-Größe ein, vergeben ein Passwort und erhalten anschließend den Wiederherstellungsschlüssel. Pro Laufwerkszeile können Sie die Verschlüsselung pausieren/fortsetzen, den Fortschritt verfolgen oder BitLocker wieder ausschalten. Mit der Option Beim Windows-Start automatisch entsperren werden gemerkte Laufwerke künftig beim Anmelden per Windows Hello entsperrt (das kleine Fenster dazu ist in Kapitel 13 beschrieben).

ℹ️ Die Container-Größe ist eine Obergrenze
Der Container wächst mit seinem Inhalt bis zu dem eingestellten Wert — er belegt nicht sofort den ganzen Platz. Ein leerer 10-GB-Container braucht auf der Platte nur rund 300 MB (Dateisystem- und BitLocker-Verwaltungsdaten). Der eingestellte Wert bestimmt also, wie viel hineinpasst, nicht die anfängliche Dateigröße. Nachträglich vergrößern lässt sich ein Container nicht — im Zweifel lieber großzügig wählen, es kostet keinen Plattenplatz.
⚠️ Wiederherstellungsschlüssel sofort sichern
Der Wiederherstellungsschlüssel ist bei Passwort-Verlust die einzige Rettung — ohne ihn sind die Daten verloren. Speichern Sie ihn gleich in eine Datei oder kopieren Sie ihn an einen sicheren Ort (USB-Stick, Passwort-Manager), bevor Sie fortfahren.
Screenshot 61: Wiederherstellungsschlüssel-Dialog mit dem Schlüssel und der Warnung „… die EINZIGE Rettung — ohne ihn sind die Daten verloren“ sowie den Knöpfen zum Speichern/Kopieren
Abb. 61 — Wiederherstellungsschlüssel-Dialog mit dem Schlüssel und der Warnung „… die EINZIGE Rettung — ohne ihn sind die Daten verloren“ sowie den Knöpfen zum Speichern/Kopieren
⚠️ Entschlüsseln macht die Daten wieder offen
Schalten Sie BitLocker für ein Laufwerk aus, werden die Daten wieder unverschlüsselt lesbar. SynQaiPro fragt vorher ausdrücklich nach.

14.7 Ein Laufwerk verschlüsseln — vollständig oder nur belegt?

Wählen Sie Laufwerk verschlüsseln …, erscheint die Liste der in Frage kommenden Datenlaufwerke (System- und Netzlaufwerke bleiben ausgeschlossen). Wurde ein Laufwerk erst nach dem Öffnen angeschlossen, holt das -Symbol über der Liste sie frisch ein. Vor dem Start entscheiden Sie über den Umfang:

EinstellungWas verschlüsselt wirdWann geeignet
Vollständig
(Vorgabe)
jeder Sektor des Laufwerks — auch der freie SpeicherWenn auf dem Laufwerk schon einmal unverschlüsselte Daten lagen. Gelöschte Dateien sind physisch noch vorhanden und blieben sonst lesbar.
Nur belegter Speichernur der tatsächlich belegte Bereich; alles neu Geschriebene wird ohnehin verschlüsseltBei neuen oder frisch formatierten Laufwerken — dort gibt es keine Altdaten zu schützen.

Unter der Auswahl steht immer die konkrete Menge, etwa „Es werden 0,1 GB von 931,5 GB verschlüsselt." — so ist die Tragweite vor dem Start sichtbar.

⚠️ Der Unterschied ist gewaltig
Ein leeres 1-TB-Laufwerk vollständig zu verschlüsseln bedeutet, rund 950 GB Leerraum zu überschreiben: bei einer typischen externen Platte (~33 MB/s) sind das etwa acht Stunden. Derselbe Vorgang mit „Nur belegter Speicher“ ist in Sekunden erledigt — bei identischem Schutz für alles, was Sie künftig darauf ablegen. Wählen Sie „vollständig“ also bewusst, nicht aus Gewohnheit.
Screenshot 62: Laufwerksauswahl mit Warnhinweis, Aktualisieren-Symbol, der Umfang-Auswahl „Nur belegten Speicher verschlüsseln“ samt Mengenangabe und der Risiko-Bestätigung
Abb. 62 — Laufwerksauswahl mit Warnhinweis, Aktualisieren-Symbol, der Umfang-Auswahl „Nur belegten Speicher verschlüsseln“ samt Mengenangabe und der Risiko-Bestätigung

Der Fortschritt

BitLocker verschlüsselt im Hintergrund weiter, auch wenn Sie das Fenster schließen — das Laufwerk ist währenddessen ganz normal benutzbar. Während des Vorgangs zeigt SynQaiPro den Fortschritt in Prozent; mit Im Hintergrund fortsetzen legen Sie die Anzeige weg, ohne den Vorgang anzuhalten. Danach bleibt der Stand in der Laufwerkszeile sichtbar, wo Sie ihn auch pausieren und wieder fortsetzen können.

ℹ️ Warum es bei 99 % noch einmal stockt
Zum Schluss schreibt BitLocker seine Verwaltungsdaten — das dauert unabhängig von der Datenmenge einen Moment. Die Anzeige wechselt dann auf „Verschlüsselung wird abgeschlossen…“. Das ist normal, kein Hänger.

14.8 Im Testmodus

ℹ️ Voll nutzbar
Die Verschlüsselung ist nicht testmodusbeschränkt — Tresore und BitLocker stehen auch ohne Lizenz uneingeschränkt zur Verfügung.
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